Von Wildmeister Dieter Bertram

Den ersten Wintereinbruch hatten wir bereits im November mit 30 cm Neuschnee. Ein warmer Südwind ließ die Pracht wieder schmelzen, doch nun ist es frostig geworden, selbst die Bäche sind gefroren. Am 3 Advent geht bei den Kindern gleichermaßen wie bei Erwachsenen die Frage um, gibt es wohl eine weiße Weihnacht? Neben diesen „Weltproblemen“ ergibt sich für mich die Frage, haben wir an den Festtagen Rehrücken oder etwa Gekauftes?

Von Volker Seifert

Der ZDF-Bericht „Auf der Jagd nach Likes und Klicks“ über die Jagd-Influenzerin Deutschland und das darin gezeigte oberflächliche Verhältnis der Akteure, hat erschreckend die Ergebnisse der „Beutelmeyer-Studie“ von 2011 bestätigt.

Von Volker Seifert

Auf „Planet e“, der Umwelt-Dokumentationsreihe des Zweiten Deutschen Fernsehens, erschien die Folge „Auf der Jagd nach Likes und Klicks“. Darin wurde über die moderne Darstellung der Jagd mittels Influencern berichtet.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Sebastian Rappold. Ich bin an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg (HFR) als Wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. Ich möchte Sie um Ihre Unterstützung bitten. Vorab will ich aber in ein paar Sätzen mein Anliegen erläutern.

Von Dr. Thomas Gehle, Jagdwissenschaftler

Zeitgemäße Jagdethik:

Herbstzeit ist Jagdzeit. Gehen wir mit dem Wild richtig um? Dr. Thomas Gehle stellt eine jagdkundliche Analyse zur Mensch-Tier-Beziehung vor.

„Dies ist des Jägers Ehrenschild, daß er beschützt und hegt sein Wild. Waidmännisch jagd, wie’s sich gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.“ Wer kennt nicht die erste Strophe der Jägerlyrik von Oskar von Riesenthal aus dem Jahr 1880. Waidmännisch Jagen heißt, sein Handwerk zu beherrschen. Aber wie sieht das aus? Im Zentrum der Waidgerechtigkeit steht eine unbestimmte, ethische Einstellung des Jägers zu seinen Mitmenschen und zum Tier. Der waidgerechte Jäger weiß, was er zu tun oder zu lassen hat. Aber welche ethische Einstellung, welche Beziehung haben wir Jäger denn zum Wild? Gibt es überhaupt eine typische Einstellung dazu?

Von Volker Seifert

Die Panoramatapete "La Chasses de Compiègne" nach Entwürfen von Antoine Charles Horace Vernet zeigt in vier Episoden die Jagd einer adeligen Gesellschaft in den Wäldern von Compiègne. Sie stammt aus dem Jahr 1812 und gilt als erste Panoramatapete der Manufaktur "Jacquemart & Bénard" und früheste aller Jagdtapeten. Einzelne Papierbögen wurden dafür zu insgesamt 25 Bahnen von jeweils 55 Zentimeter Breite und etwa 250 Zentimeter Länge zusammengefügt und mit Holzmodeln bedruckt, mit jeweils einem Model für jede Druckfarbe. Von der Panoramatapete sind vier erhalten.

Von Gert G. von Harling

Neozoen sind Tiere, die durch direkte oder indirekte Einwirkungen des Menschen in neue Territorien eingeschleppt wurden und dort überlebt haben. Wir unterscheiden sie in etablierte und nicht etablierte Neozoen, wobei die etablierten seit einem Zeitraum von über 25 Jahren und seit mindestens drei Generationen selbstständig, d.h. ohne Hilfe des Menschen, in der neuen Umgebung leben.

Von Prof. Dr. Johannes Dieberger

Wir Menschen haben ein ambivalentes Verhältnis zur Natur: Auf der einen Seite betonen wir, dass wir ein Teil von ihr sind, wir bemühen uns, sie zu erhalten, zu schützen oder auch wiederherzustellen, soweit wir dies vermögen. Auf der anderen Seite überlasten und zerstören wir unsere Umwelt und gehen auch mit Tier- und Pflanzenarten, die mit uns den Lebensraum teilen, sehr sorglos um.

Von Wendelin Priller

Das Mitglied unseres Forums Herr Josef Hiebeler hatte mit seiner Ehefrau Monika, zwei wunderbare Jagdtage im Revier des Grafen Markus zu Königsegg-Aulendorf organisiert.

Von Dr. Wolfgang Lipps

Wenn wir Jäger auch in diesem schweren Jahr 2023 vielerorts wieder am 3. November den heiligen Hubertus als unseren Schutzpatron feiern, dann müssen wir uns mehr noch als bisher fragen lassen, was die Hubertuslegende heute für uns Jäger noch bedeutet.

Von Prof. Dr. Georg Urban

„Jäger sind Mörder!“ lautete ein Plakat bei den Demonstrationen zur Jagdgesetznovellierung auf dem Stuttgarter Schlossplatz im Jahr 2015. Noch im Februar 2021 denke ich darüber nach. Ich stapfe Corona-einsam durch den tiefen Schnee in meinem Jagdrevier. Da beobachte ich einen Sprung Rehe, der nicht flüchtig abspringen kann – trotz seiner besseren Ausstattung mit Sinnesorganen und Instinkten ist er gefangen im Tiefschnee. Und mein Hund kommt auch nicht voran.

Gastbeitrag von Dr. Gerd Kalkbrenner

"Letztes Jahr hatte ich nur vier Fehltage im Revier", war letzthin in einer Schwarzwälder Jägerrunde zu hören. Nicht von einem Berufsjäger wohlgemerkt, sondern vom Begehungsscheininhaber eines überschaubaren Jagdbogens. Anerkennendes Kopfnicken überall. Zuverlässiges Erscheinen und wenig Krankschreibungen sind schließlich in der Arbeitswelt hohe Werte. Ebenso wie Wettbewerb. Deshalb wurde ja früher auf Niederwildjagden der Jagdkönig mit einer Medaille geehrt. Aber ist denn industrieller Arbeitsethos überhaupt auf die Jagd übertragbar?

Von Prof. Dr. Johannes Dieberger

Die Griechen verstanden in der Antike unter "tropaion" ein Siegeszeichen, das aus Schiffsteilen und Waffen, der besiegten Feinde errichtet wurde. Mitunter waren es auch erlesene Beutestücke, die man den Göttern opferte.

Das Wort Trophäe im Zusammenhang mit dem Waidwerk ist erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. In der Jagdliteratur fand ich diesen Begriff erstmals 1878 in der Monographie "Edelwild". Dombrowski meinte, dass der Edelhirsch schon in der Werken der Klassiker "die edelste Trophäe des Waidwerks bildete": Das Siegeszeichen war hier der ganze Hirsch, nicht nur das Geweih! Und in seinem umfangreichen Tagebuch bezeichnet Thronfolger Franz Ferdinand einen Tiger, den er 1893 in Indien erlegte, als Trophäe.

Von Gert G. v. Harling

„Wir haben eine neue Kanzel gebaut. Du musst sie unbedingt ausprobieren. Alle sind ganz begeistert!“ Behutsam versuche ich, den Jagdherrn umzustimmen. Bei herrlichem Sommerwetter durch die schmalen Schießscharten einer modernen „Ansitzeinrichtung“ zu starren, passiv auf den bestätigten Bock zu warten und bei Erscheinen zu erschießen, ist wirklich nicht nach meinem Geschmack. Wer Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen verlernt hat, mag geschlossene Kanzeln, womöglich mit verschließbaren Glasfenstern und Teppichboden isoliert, schätzen, ich sitze lieber in Augenhöhe mit dem Wild auf der Erde oder dem Jagdstock, wo ich der Natur näher bin als in einem dämmerigen Kasten drei oder gar fünf Meter über dem Waldboden, wo ich die Haselmaus im trockenen Laub rascheln höre, den kleinen Zaunkönig nahe dem Erdboden im Gestrüpp beobachten kann oder Meister Reineke rieche, wenn er heimlich vorüberschnürte.

Vom Vorstand

Bei der 3. Europameisterschaft der Jagdhornbläser, die vom 6. Oktober bis zum 8. Oktober 2023 im thüringischen Suhl stattfand, konnten die Oberpfälzer Parforcehornbläser unter Leitung von Hubert Bäuml einen bedeutenden Erfolg verzeichnen, indem sie den Titel des Vize-Europameisters in der Klasse Es-Horn errangen. Ein bemerkenswertes Detail ist, dass unser Mitglied Reinhard Proske, der bereits bei der Hubertusmesse anlässlich unseres Forumstreffens auf Burg Falkenstein sein beeindruckendes Können gezeigt hat, gemeinsam mit den Oberpfälzern bei diesem Wettbewerb mitgewirkt hat.

Fundstück von Volker Seifert

In einer Ausgabe der Zeitschrift "Bibliothek für alle" aus dem Jahr 1912 ist nachfolgender Hinweis auf jagdliche Mißstände zu finden:

Von Gert G. v. Harling

In seinem Buch „Kraut und Lot“ schrieb Hermann Löns bereits 1922 über die Bockjagd: „Na, und wenn einer auch noch so grau war wie ein Milchwagenesel, schad‘t nichts, ist alles einerlei, man jug ja um die Decke nicht, man jug ja um das Geweih! Denn man war kein Fleischmacher, kein Wildbretschütz, man war Waidmann, gerechter Waidmann, sah verächtlich auf den Bratenjäger und kam sich als Wunder wie weiß was vor, trug man im Rucksack ein braves Gehörn heim, an dem so nebenbei 20 oder 24 Pfund Wildbret herumbaumelten.“

Hans-Henning Eisermann

Von Dr. Wolfgang Lipps

Was ist Recht?

Als „Recht“ bezeichnen wir die Gesamtheit der Verhaltensregeln, die von der Gemeinschaft gewährleistet sind – sie bilden die Rechtsordnung. Sie entstehen entweder als Gewohnheitsrecht durch fortdauerndes Befolgen von Regeln, die von der Gemeinschaft als verbindlich akzeptiert werden, oder als gesetztes („positives“) Recht, das von staatlichen oder überstaatlichen Gesetzgebungsorganen oder von satzungsgebenden

Gastbeitrag von Joachim Orbach

Der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) mit seinen über 320 Mitgliedsvereinen und -verbänden hat über 180 000 Mitglieder und ist die Dachorganisation der Jagdgebrauchshunde-, Prüfungs- und Zuchtvereine sowie der Landesjagdverbände und ihrer Gliederung in Deutschland. Damit ist der JGHV eine weltweit nahezu einmalige und vorbildliche Institution.

Von Dr. Georg Urban

Der Herbst bildet den Höhepunkt unserer jagdlichen Aktivitäten. Fast alles Wild ist "schonzeitfrei", fast alle Jäger nehmen sich "arbeitsfrei". Symbolisch dafür steht das schöne Jägerlied von Hermann Löns "Ich bin ein freier "Wildbretschütz"

Die Journalistin Laura Raim befragt den Soziologen Charles Stépanoff zu seinem 2021 erschienen Buch "L'animal et la mort. Chasse, modernite et crise du sauvage." (dt. "Das Tier und der Tod. Jagd, Moderne und Krise des Wilden.").

Von: Volker Seifert

Naturreligiösität

Hier sei der Verweis auf einen Sonderweg gestattet. Und Sonderweg soll hier nicht verstanden werden als Form einer eleganten Lösung, son-
dern als Position innerhalb der Naturschutzbewegung, die sich der rationalen Argumentation verschließt, jedoch gerade bei den Anhängern
eines radikalen Naturschutzes einige Sympathisanten findet.

Von Volker Seifert

Rückschlag für das Tierwohl: Das "Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung" unter Vorsitz des früheren Agrarministers und DJV-Präsidenten Jochen Borchert hat beschlossen, seine Arbeit zu beenden. Der Entscheidung des Gremiums ging ein langer Streit um fehlende Finanzmittel voraus, um die Schritte hin zu einer besseren Tierhaltung in der Landwirtschaft zu ermöglichen.

Text Joachim Orbach

Bilder Sonja Thelen

Am 26. Aug. 2023 wurde die 42. VSwP “Bergisches Land” von der Jagdgebrauchshundegruppe der KJS des Rheinisch – Bergischen Kreises im LJV NRW e.V. im Auftrag der “Bergischen Arbeitsgemeinschaft Schweiß” mit 9 gemeldeten Hunden ( 1 x 40-Stunden-Fährte u. 8 x 20-Stunden-Fährte, geprüft 7 Hunde ) ausgerichtet.

Von Robert Spaemann (1927-2018)

Aus einer Promotionsfeier

Gebildete Menschen sind nicht nützlicher als ungebildete und ihre Karrierechancen sind nicht besser. Die öffentlichen Schulen sind nicht daran interessiert, gebildete Menschen hervorzubringen. Für gebildete Menschen ist das kein Einwand. Warum nicht? Was ist ein gebildeter Mensch?

Auf der Sonderdelegiertentagung in Neuwied am 18. August haben die Delegierten des LJV Rheinland-Pfalz ihre Resolution zum Entwurf eines neuen Landesjagdgesetzes verabschiedet. Damit fordern sie die Landesregierung in Mainz auf, den vorliegenden Regierungsentwurf vollständig

Von: Volker Seifert

Mensch ./. Natur
Wie oben bereits angesprochen widerstreiten sich nun zwei Positionen im Umgang mit der Natur. Dabei lasse ich theologische Motive unbeachtet, da diese mit metaphysischen Vorgaben versehen sind, die sich in einer säkularen Gesellschaft nicht mehr als konsensfähig erweisen. Es bleibt jedoch jedem unbenommen seine eigene Position auf theologische Motive (Schöpfung) zurückzuführen, nur ist damit der argumentative Weg durch
den vorgegebenen metaphysischen Bezugsrahmen verkürzt. Im Folgenden werde ich die bisher in der Diskussion angeführten Argumente kurz skizzieren.

Der Landesverband der Berufsjäger Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. spricht sich in einem offenen Brief an die Staatsministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Katrin Eder entschieden gegen den vorliegenden Regierungsentwurf zur Novellierung des Landesjagdgesetzes von RheinlandPfalz aus.

Von Prof. Dr. Georg Urban

Liebe Leser und Leserinnen,

die Landesjagdgesetze werden immer wieder novelliert, in Baden-Württemberg hat man seit 2015 ein "JWMG" (Jagd- und Wildtier-Management-Gesetz). Es reguliert Zulassung, Aufgaben und Verhalten eines Jägers. Dies ist - aus unserer Sicht zurecht - sehr eng gefasst, denn "Jagen ist nicht

Gastbeitrag von Wildmeister Dieter Bertram

Die erste Jagdzeitung mit dem Titelbild eines Cocker-Spaniels kaufte ich als Jugendlicher für 80 Pfennige. Es war die "Deutscher Jägerzeitung - Das Waidwerk" aus Melsungen vom 01. September 1951. Sie hat immer noch einen besonderen Platz in meinem Archiv, zum Teil hundert Jahre alter Jagdzeitungen.

Von: Volker Seifert

Naturschutz ist für den Jäger ein Thema. Und das nicht nur, weil der Jäger sich in und mit der Natur beschäftigt. Naturschutz,als unterstellt eigenständiger Wert, ist eine moderne Erfindung. Erst mit dem Auftreten und der Wahrnehmung der ökologischen Krise, Ende der 60er Jahre,

Von Nils Roggentin

Wir bedauern, dass sich die Sichtweise auf die Jagd zunehmend negativ verändert und die Jagd in Verruf gerät. Wir starten eine Gegenoffensive in den Medien, um die breite Gesellschaft zu erreichen. Diese ist in einer Demokratie für das Fortbestehen einer gesetzlich geschützten Jagd zuständig.