Von Volker Seifert

Zwei Preise, zwei Bücher – Ausdruck einer lebendigen jagdlichen Gedankenwelt, wie sie im "Forum lebendige Jagdkultur“ beheimatet ist.

Manche Tage gehen in die Annalen ein – der 31. Januar 2026 gehört zweifellos dazu. Nicht etwa wegen außergewöhnlicher Wetterlagen, spektakulärer Messerabatte oder einer neuen Rekordzahl an Wollsocken auf der Messe „Jagd & Hund“, sondern weil zwei langjährige Mitglieder des "Forum lebendige Jagdkultur“ eindrucksvoll bewiesen haben, dass jagdliche Kompetenz nicht nur auf dem Hochsitz, sondern auch zwischen zwei Buchdeckeln zuhause ist.

Die Leserinnen und Leser der Zeitschrift „Wild und Hund“ haben entschieden:
Zwei erste Preise als „Jagdbuch des Jahres“, in zwei Kategorien, an zwei Forumsveteranen, die man eher mit pointierten Beiträgen als mit Preisreden verbindet.

Kategorie Sachbuch:

Dieter Stahmann – „Ethik für Jäger“

IMG 0223In der Kategorie Sachbuch ging der erste Preis an Dieter Stahmann für sein Werk „Ethik für Jäger“. Ein Titel, der zunächst trocken klingen mag, sich aber als alles andere als staubige Pflichtlektüre entpuppt. Stahmann gelingt das Kunststück, moralische Fragestellungen der Jagd so aufzubereiten, dass man nicht das Gefühl hat, in einem Seminarraum mit Neonlicht zu sitzen – sondern mitten in einer ehrlichen, manchmal unbequemen, aber stets respektvollen jagdlichen Debatte.

Sein Buch ist kein erhobener Zeigefinger, sondern eher ein gut geölter Kompass: hilfreich, klar ausgerichtet und robust genug, um auch bei Gegenwind standzuhalten. Die Leser von „Wild und Hund“ honorierten genau das – offenbar besteht ein großes Bedürfnis nach Tiefe, Haltung und Orientierung jenseits von Stammtischparolen und Instagram-Weisheiten.

Dass Dieter Stahmann seit Jahren im Forum „Lebendige Jagdkultur“ als nachdenklicher, aber pointierter Diskutant bekannt ist, überrascht niemanden. Dass er nun offiziell als Autor des Jagdsachbuchs des Jahres ausgezeichnet wurde, dagegen schon – zumindest ihn selbst, der die Nachricht Berichten zufolge mit der gleichen Mischung aus Freude und skeptischem Stirnrunzeln aufnahm, mit der er sonst jagdethische Fragen seziert.

Bild rechts: Dieter Stahmann (zweiter von links)

Kategorie Belletristik:

Gert G. von Harting – „Der Weg zum wahren Jäger“

IMG 0226Nicht minder gefeiert wurde der Sieger der Kategorie Belletristik: Gert G. von Harting mit seinem Buch „Der Weg zum wahren Jäger“. Ein Titel, der große Erwartungen weckt – und sie erfüllt, ohne ins Predigende oder Pathetische abzurutschen.

Von Harting erzählt keine Heldensaga mit Dauererfolgsgarantie, sondern eine jagdliche Entwicklungsgeschichte voller Zweifel, Umwege, Einsichten und leiser Momente. Wer das Buch liest, erkennt schnell: Der „wahre Jäger“ ist kein Endzustand, sondern ein Weg – mit Stolpersteinen, Lernkurven und gelegentlichem innerem Kopfschütteln.

Die Leser von „Wild und Hund“ zeigten damit eindrucksvoll, dass jagdliche Belletristik mehr sein darf als nostalgische Waldverklärung oder schießstandnahe Abenteuerliteratur. Humor, Tiefe und Selbstironie fanden offensichtlich großen Anklang – und machten von Hartings Werk zum beliebtesten Jagdroman des Jahres.

Im Forum „Lebendige Jagdkultur“ ist Gert G. von Harting seit Langem für seine sprachlich feinsinnigen, manchmal leicht spitzen, aber stets geistreichen Beiträge bekannt.

Bild rechts: Gert G- von Harling (zweiter von rechts)

Fazit:

Forumskompetenz mit Buchrücken

Zwei erste Preise, zwei Kategorien, zwei langjährige Mitglieder desselben Forums – das ist mehr als ein Zufall. Es ist ein starkes Zeichen dafür, dass lebendige Jagdkultur nicht nur diskutiert, sondern auch geschrieben, reflektiert und erzählt wird.

Zwischen Messetrubel, Bläserklängen und Bratwurstduft sorgten Dieter Stahmann und Gert G. von Harting für einen stillen, aber nachhaltigen Glanzmoment der „Jagd & Hund 2026“. Kein lauter Knall, sondern ein sauber gesetzter Doppelschuss – präzise, wirkungsvoll und mit Nachhall.

Oder, um es jagdlich zusammenzufassen:
Weidmannsheil – und weiter so.