Von Volker Seifert

Manchmal braucht es keinen Umzugswagen, keinen Gabelstapler und keine Spedition – manchmal reicht eine Schubkarre, randvoll beladen mit Jagdkultur. Genau so geschehen Ende Januar, als Wildmeister Dieter Bertram dem Forum Lebendige Jagdkultur sein privates Archiv übergab.

IMG 0221Was auf den ersten Blick nach Papier, Ordnern und akribisch beschrifteten Rücken aussieht, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als ein wahres Konzentrat aus drei Jahrzehnten jagdlichem Denken, Schreiben und Streiten: 25 Ordner, prall gefüllt mit Briefwechseln, Aufsätzen und Vorträgen aus den vergangenen 30 Jahren. Kurz gesagt: kein Altpapier, sondern geistiges Hochwild.

In diesen Ordnern steckt nicht nur Tinte auf Papier, sondern Zeitgeschichte, Haltung und Leidenschaft – von handfesten jagdlichen Debatten bis zu grundsätzlichen Gedanken über Tradition, Verantwortung und Zukunft der Jagd. Wer darin blättert, hört förmlich noch das Rascheln der Argumente und das Knacken der Standpunkte.

Mit der Übergabe dieses Archivs hat Wildmeister Bertram nicht einfach ein paar Ordner weitergereicht, sondern einen Schatz gehoben und weitervererbt – damit er nicht im stillen Kämmerlein verstaubt, sondern im Forum lebendig bleibt. Eine Schubkarre voll Jagdkultur eben: schwer an Gewicht, reich an Inhalt und garantiert nichts für schwache Nerven oder leere Gedanken.